Gedenktafel für Johann Georg Scharf angebracht

Ein Mainburger in London – Gedenktafel für Johann Georg Scharf

Seine Werke finden sich sogar im British Museum in London und von dort, so scheint es, brachte der Maler das typische englische Nieselwetter mit nach Mainburg, wo Das Stadtmuseumsteam, Bürgermeister und die Stadtführer am 05.03.2020 eine Gedenktafel an prominenter Stelle enthüllten.

Johann Georg Scharf wurde 1788 in dem Haus an der Abensberger Straße 2 geboren. Die heutige Besitzerfamilie Weiherer freut sich über den berühmten Bewohner und liess gerne eine Gedenktafel anbringen. Gleich dahinter beginnt die nach dem Künstler benannte Scharfstraße.

Der Verein Heimat und Museum mit Renate Buchberger wurde tätig, immerhin zählt der Raum mit den Werken des Malers zu den Hauptattraktionen des Stadtmuseums. 2012 erschien dazu die Fachpublikation „Mainburg – London“, die Leben und Werk detailliert beleuchtet.

Der Hinweis auf den Maler, Zeichner und Lithografen am Haus ist schlicht, sein Leben war dagegen bewegt. Wie es sich für einen echten Künstler gehört, kam Scharf zeitlebens nicht zu Ruhm und Erfolg. Er versuchte vieles und produzierte eine Fülle von sehenswerten Gemälden.

Bürgermeister Josef Reiser erschien fröhlich zu dieser Amtshandlung. Immerhin unternahmen er und Teile des Museumsteams eine Bildungs- und Recherchreise nach London, ganz auf den Spuren des berühmten Mainburgers. Glaubt man den Erzählungen, ging es dabei nicht nur streng kunsthistorisch zu. Johann Georg Scharf hätte sich gefreut und die Stadtführer können nun noch deutlicher auf den Sohn der Stadt hinweisen und auf das Museum mit seinem Bildern.

Text und Bild: Claudia Erdenreich

 

Erfolgreicher 2. Hallertauer Tourismustag

2. Hallertauer Tourismustag im Hopfenmuseum in Wolnzach am 10.03.2020 

Die Netzwerkveranstaltung stand ganz unter dem Motto „Miteinander vernetzt, gemeinsam erfolgreich“. Tourismusfachmann Michael Kurtze präsentierte in seinem Vortrag die Chancen des Bustourismus für die Hallertau. Das Interesse der Teilnehmer sich miteinander zu vernetzen und den Bustourismus in der Region zu stärken war groß. So wurde das Kooperationsprojekt „Hallertauer Busreisen“ ins Leben gerufen. Dieses bietet die Möglichkeit für eine enge Zusammenarbeit, um Busreiseunternehmen vielfältige Angebote für Gruppenreisen zu unterbreiten – denn nur gemeinsam mit vielen Hallertauer Akteuren ist das Hopfenland eine starke und attraktive Ausflugsregion.

Im Bild (obere Reihe von links nach rechts): Michale Kurtze (Busreisen.cc), Theresa Hagl (Hallertauer Hopfenkönigin), Jens Machold (Bürgermeister Markt Wolnzach), Susanne Beyer (Projektleiterin Hopfenland Hallertau Tourismus e.V.), Martin Wolf (Landrat von Pfaffenhofen und Vorsitzender Hopfenland Hallertau Tourismus e.V.). Teilnehmer der Betriebe aus der Region mit erfolgreichem Bustourismus (untere Reihe von links nach rechts): Simon Westermaier (HAIX World), Thierry Willems (Bräustüberl Weihenstephan), Pater Lukas Wirth (Kloster Scheyern), Hans-Peter Rickinger (Brauerei zum Kuchlbauer), Elisabeth Stiglmaier (Hopfenhof Stiglmaier)

Bildquelle: KUS Landkreis Pfaffenhofen, Susanne Schmid

 

Erfolreiches Ramadama der ÖDP Mainburg

In rund drei Stunden Arbeit wurde Müll und Unrat aufgesammelt und entsorgt

Auch 2020 erfreute sich das alljährlich vom ÖDP Ortsverband organisierte „Ramadama“ wieder einer regen Beteiligung. Viele Helfer sammelten in der dreistündigen Aktion am Samstagnachmittag 07.03.2020 in Mainburg, Wambach, Sandelzhausen und Unterempfenbach jede Menge Unrat und Müll auf. Mit dabei waren wieder viele ÖDP-Aktive, darunter auch Bürgermeisterkandidat Konrad Pöppel und Stadt-und Kreisrätin Annette Setzensack, sowie Privatpersonen mit Familien, Teilnehmer vom Fischereiverein Mainburg sowie eine Gruppe von Firmlingen. Im Dienste von Mensch und Umwelt entfernten sie an Straßen, Wegen und Plätzen sowie an der Abens und in öffentlichen Grünanlagen ganze Berge von gedankenlos weggeworfenem Müll, und teilweise auch die verwehten Inhalte von Gelben Säcken, die den Sturm „Sabine“ nicht überstanden hatten. Jede Menge Einweg-Essensverpackungen wie Coffee-to-go-Becher und Flaschen, aber auch zerplatzte Reifen, Kleidung und viele andere teils kuriose Hinterlassenschaften wurden in Säcken gesammelt und der ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt.

ÖDP-Ortsvorsitzender Bernd Wimmer bedankte sich herzlich bei allen Helfern für ihre freiwillige Arbeit. Sie leisteten einen aktiven Beitrag für eine saubere Umwelt und opferten ihren Samstagnachmittag für das Gemeinwohl. Natürlich sei es aber nicht möglich, in der kurzen Zeit das komplette Stadtgebiet von Unrat zu reinigen, auch der städtische Bauhof sei hierzu personell nicht in der Lage. Alle Bürger sind herzlich eingeladen, in den nächsten Wochen dem guten Beispiel zu folgen und selbst eine Säuberungsaktion zum Beispiel im persönlichen Wohnumfeld zu starten.

Die ÖDP weist auch darauf hin, dass Schulklassen im Landkreis auf Antrag vom Landratsamt 100 Euro für die Klassenkasse erhalten, wenn sie an einer Müllsammelaktion teilnehmen. Mittelschullehrer Gerhard Lang, der von 2008 bis 2014 für die ÖDP im Stadtrat saß, organisierte im Vorfeld bereits ein Ramadama. Es beteiligten sich 12 Klassen der Mittelschule mit etwa 220 Schülern.

 

Besucherverkehr an den Ilmtalkliniken wird deutlich eingeschränkt

Appell an die Bevölkerung: Besuche reduzieren und Anweisungen beachten

Die Ilmtalkliniken in Pfaffenhofen und Mainburg schränken als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus den Besucherverkehr ab Dienstagfrüh 7.00 Uhr deutlich ein und bitten zudem um Beachtung der Aushänge und Anweisungen. „Wir tragen eine große Verantwortung dafür, dass sich unsere stationären Patienten, die teilweise immungeschwächt sind, aber auch unsere Mitarbeiter nicht mit ansteckenden Krankheiten infizieren. Daher halten wir es für notwendig, in der aktuellen Situation den Besucherverkehr auf das Minimum zu beschränken. Wir bitten um Verständnis“, erklärt Ingo Goldammer, Geschäftsführer der Ilmtalkliniken.

In beiden Kliniken Pfaffenhofen und Mainburg gelten deutlich eingeschränkte Zugangsregelungen. Besuche von engsten Familienangehörigen (maximal zwei gleichzeitig) sind nur zwischen 15.00 und 19.00 Uhr gestattet. Außerhalb dieser Zeiten werden Besuche nicht zugelassen. Kinder sollten, wenn möglich, der Klinik fern bleiben. Besuche von Angehörigen, die Symptome einer Infektion wie Fieber, Husten, Erkältungszeichen oder Durchfall aufweisen, sind nicht möglich. Besucher werden an den Eingängen befragt und unter Umständen auf Krankheitssymptome (Fieber etc.) untersucht. Im Einzelfall behält sich die Klinikleitung vor, weitere Einschränkungen vorzunehmen. Alle Personen, die die Klinik betreten, werden in Listen registriert. „Uns ist bewusst, dass diese Regelung für Angehörige belastend ist. Aber wir sehen momentan keine andere Möglichkeit und hoffen, dass sich die Situation bald wieder entschärft“, so Goldammer.

Besucher und Patienten werden gebeten, die geänderte Wegeführung und die Beschilderung zu beachten und den Anweisungen des Klinikpersonals Folge zu leisten: Der Eingangsbereich zur Notaufnahme in Pfaffenhofen ist bereits seit vorletzter Woche Patienten mit Grippesymptomen vorbehalten. Hier wurde ein eigener Wartebereich eingerichtet. Alle anderen Patienten, Besucher und auch Notfälle, die keine Grippesymptome aufweisen, werden gebeten, die Klinik in Pfaffenhofen ausschließlich über den Haupteingang zu betreten. Für das Krankenhaus Mainburg ist der Zugang für Patienten mit Grippesymptomen über die Liegendkranken-Einfahrt der Notaufnahme eingerichtet.

Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion sollten die Kliniken auf keinen Fall aufgesucht werden: „Bitte wenden Sie sich unter der 116 117 an den zuständigen Dienst der Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB), auch wiederholt, wenn man nicht direkt durchkommen sollte“, betont Ingo Goldammer. Bei einem begründeten Verdacht erfolgt eine Untersuchung zu Hause. Dafür wurde rund um die Uhr ein Fahrdienst von der KVB eingerichtet. Nur bei schweren Erkrankungen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Quelle: Ilmtalklinik GmbH

 

„Rennmops“ Renate auf Entdeckungstour

„Rennmops“ Renate der Familie Einamann wieder wohlbehalten heimgekehrt

Viel dürfte die Mopsdame „Renate“ zu Beginn ihres Lebens nicht von der Welt kennengelernt haben. Wohl von einem ungarischen Züchter ausgebeutet, Welpen zu „produzieren“, verbrachte sie ihre ersten Jahre im Zwinger. Vor sechs Monaten dann die Rettung für sie – ein Umzug auf den Hof der Familie Einamann bei Attenhofen und ihrem neuen Mopskumpel.

Am 22.02.2020 zog es Renate dann aber auf Entdeckungstour. Ob der Sturm die Gartentür öffnete oder die Mopsdame ein Loch fand, lässt sich nicht mehr nachvollziehen – sie war auf jeden Fall verschwunden. Die Familie setzte alle Hebel in Bewegung, um ihren Hund wiederzufinden. Freunde, Polizei und Tiersuche wurden informiert. In den darauf folgenden Tagen gab es immer wieder Sichtungen. Zwei Tage nach dem Verschwinden war der Mops bereits 17 km weit Richtung Norden gelaufen. Suchen vor Ort der Sichtungen blieben allerdings erfolglos.

Nach vier Tagen wurde Renate wieder gesehen – in der Nähe von Siegenburg. Versuche von Fremden die flinke Mopsdame einzufangen schlugen fehl. Als Einamanns dann vor Ort eintrafen, brauchte es mehrere Anläufe bis Renate wieder Vertrauen fasste und schließlich zu ihren Besitzern zurücklief. Sicherlich das größte Abenteuer für den kleinen Hund, das nach vier Tagen und rund 30 gelaufenen Kilometern ein glückliches Ende fand.

PS: Der Bitte der Familie nachkommend, auf unserer Facebook-Seite auf den vermissten Hund aufmerksam zu machen, konnte FRANNS zum Wiederfinden von Renate beitragen. Auch der schließlich entscheidende Anrufer hatte über unsere Onlineplattform davon erfahren. Wir freuen uns riesig, dass alles ein gutes Ende genommen hat und wir helfen konnten.

 

Neue Sauglocknläutn-Single „Plastik“

Am Freitag 13.03.2020 ist es endlich soweit: Die nigelnagelneue Sauglocknläutn-Single namens „Plastik“ kommt auf den Markt.

Das neue Musikstück erscheint dabei allerdings nicht wie gewohnt auf CD, nein, die beiden Hallertauer Sauglocknläutn-Musikanten Ritsch Ermeier (Mainburg) und Walter Zinkl (Au i.d. Hallertau) haben sich entschieden, neue, digitale Wege zu gehen.

„Der CD-Verkauf tendiert gegen null. Warum sollten wir da noch CDs produzieren? Höchstens wieder am Ende des Jahres eine kleine Auflage CDs mit allen Neuerscheinungen. Aber zwischendurch nur noch digital“ so Bassist Walter Zinkl. Vor kurzem erschien auf diesem Weg der Tango „Chalet am Tegernsee“ der beiden. Das neue Lied „Plastik“ gibt es ab Freitag 13.03.2020 auf den einschlägigen Plattformen wie Spotify, iTunes und Co. Um was es geht? Wie wir es von Sauglocknläutn gewohnt sind, ist es ein satirisch-musikalischer Blick auf den Plastik-Wahn in unserer Gesellschaft. Man darf gespannt sein.

Mehr Infos:
www.sauglocknläutn.de
www.facebook.com/Sauglocknlaeutn

 

Schnuppertag am Gabelsberger-Gymnasium – ABGESAGT

+++ UPDATE: Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, wurde der Schnuppertag abgesagt. Wenn möglich, wird der Schnuppertag auf Ende April 2020 verschoben. +++

 

Am Gabelsberger-Gymnasium Mainburg (GGM) findet für Kinder, die sich an der Schule neu einschreiben wollen, und ihre Eltern wieder ein „Schnuppertag“ statt. Dabei stellt sich die Schule, die in diesem Jahr ihr 75- jähriges Bestehen feiert, den Besuchern mit einem vielfältigen Informations- und Aktionsprogramm vor.

Details:

• Sa. 21.03.2020, 10:00 – 12:30 Uhr
• Ort: Ebrantshauser Str. 70, Mainburg
• umfangreiches Informations- und Aktionsprogramm
www.gabelsberger-gymnasium.de

Zum Programm

Da das GGM ein Naturwissenschaftlich-technologisches, Sprachliches sowie Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium ist, werden die Fächer, die in besonderer Weise die Ausbildungsrichtungen vertreten, präsentiert. In den naturwissenschaftlichen Fächern Natur und Technik, Biologie und Physik erhalten die Besucher einen Einblick in die jeweiligen Sammlungen und haben auch die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Experimente unter Anleitung durchzuführen und zu mikroskopieren. Außerdem kann man erleben, wie abwechslungsreich Mathematik ist.

Für die sprachlichen Fächer liefern Englisch, Französisch, Latein und Spanisch zum Teil Schnupperstunden und einige Ausstellungen. Die Fächer Geschichte, Geographie sowie Wirtschaft und Recht warten mit zahlreichen interessanten Informationen auf. Im Bereich der Musik kann man sich auch über die Chorklasse informieren. Die vielfältigen Aktivitäten der Fachschaft Kunst kann man in Ausstellungen bewundern. Sportgruppen geben Gymnastik-Aufführungen auf dem Pausenhof zum Besten.

Ebenso werden die Wahlfächer, die das Schulleben am GGM prägen, vorgestellt. So präsentiert sich die Big Band den Besuchern. Als besonderes Schmankerl ermöglicht die Astronomie eine Besichtigung der Sternwarte in luftiger Höhe.

Die Besucher bekommen auch Einblick in die 75-jährige Geschichte der Schule und in typische GGM–Aktivitäten. Die Schülermitverantwortung (SMV) informiert, die Schülerbibliothek lädt zum Probelesen ein, und der Schulsanitätsdienst erklärt Erste-Hilfe- Techniken. Verschiedene Unterrichtsprojekte und weitere Aktivitäten werden bestimmt interessierte Besucher finden.

Des Weiteren werden noch Informationen über unsere Partnerschulen in den USA, in Frankreich und Schweden gezeigt. Darüber hinaus stehen Schulleitung, Schulberater und Elternbeirat für Gespräche zur Verfügung. In der Aula finden sich zusätzliche Informationen z.B. zum Digitalisierungskonzept, zu den „Netzgängern“ und „Medienhelden“. Die offene Ganztagesschule informiert in ihren Räumen über ihre Arbeit und über die Mittagsverpflegung am GGM.

In gewohnter Weise können sich unsere Besucher von geschulten Navigatoren durch das „große, fremde Haus“ zu ihren Zielen führen lassen.

 

Landesvorsitzende der bayerischen GRÜNEN in Mainburg

Am Mi. 11.03.2020 kommt die Landesvorsitzende der bayerischen GRÜNEN, Eva Lettenbauer, in die Hopfenstadt.

Ab 10:30 Uhr wird sie am Infostand des Ortsverbands Mainburg gegenüber vom Wochenmarkt teilnehmen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen Eva Lettenbauer zu treffen und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Die Schwäbin aus dem Donau-Ries ist nicht nur Landesvorsitzende, sondern auch Mitglied des bayerischen Landtags und dort Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik, Frauen und Jugend.

Anschließend wird die ausgebildete Wirtschaftsingenieurin die Pinsker Druck und Medien GmbH in Mainburg besuchen.

 

Rettet die Bienen und die Bauern

Rund 60 Gäste von 2-stündigem Vortrag von Georg Brunner am 02.03.2020 beeindruckt

Mit dem Vortrag „Rettet die Bienen und die Bauern“ hat der konventionellen Hopfenanbau praktizierende Landwirt Georg Brunner aus Rudelzhausen/Moosbach, seine Eindrücke und Beobachtungen vorgestellt. Auch als Beiratsmitglied in der Kreisgruppe Freising des Bund Naturschutz ist sein Ziel, die derzeitigen Probleme und Differenzen von Landwirten und Naturschützern in einem gemeinsamen Miteinander zu lösen. Durch einseitige Betrachtungsweisen und Bevormundung wird häufig die Lage verschlechtert.

Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der ÖDP-Ortsverband Mainburg. Ortsvorsitzender Bernd Wimmer wies daraufhin, dass der Titel von Georg Brunners Vortrag der ursprünglichen Arbeitstitel des erfolgreichen Volksbegehrens der ÖDP namens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern, Rettet die Bienen!“ war. Wimmer zufolge entstand die Idee zu dieser Veranstaltung beim monatlichen ÖDP-Stammtisch, den Georg Brunner regelmäßig besucht. Die letzten Jahre arbeitete Georg Brunner als Sprecher der Rudelzhausener Bürgerinitiative gegen die Umfahrung der B301 um Rudelzhausen mit der ÖDP Mainburg zusammen, die sich ebenfalls für den Erhalt der Hallertauer Kulturlandschaft um Mainburg einsetzt.

Als Natur- und Umweltreferent der Stadt Mainburg begrüßte ÖDP-Bürgermeisterkandidat Konrad Pöppel diese sehr wertvolle Veranstaltung. Er erklärte, dass durch die Art des Wirtschaftes und die Zunahme der Menschen die Biomasse der Menschen zusammen mit den Nutztieren (Rinder, Schweine, Schafe, etc.) von etwa 3 % aller Säugetiere zum Zeitpunkt der industriellen Revolution auf derzeit etwa 97 % angestiegen ist. Die Biomasse der wildlebenden Säugetiere ist also von 97 % auf 3 % geschrumpft. Über wenige Schutzgebiete kann dieser Trend, der wohl auch alle weiteren Wildtiere und –pflanzen betrifft, nicht gestoppt werden. Alle zusammen müssen wir Bewirtschaftungsmethoden entwickeln, die neben dem Ressourcenschutz, ein Leben von allen Wildtieren und Wildpflanzen in der Kulturlandschaft ermöglicht. Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz steht hierbei im Zentrum.

Georg Brunner zufolge waren besonders die Veränderungen der Höfe in den Dörfern und auf dem Land gravierend und hinterließen Spuren nicht nur bei den Menschen, sondern auch in der gesamten Flora und Fauna. Ein Bauernhof an sich war noch in den 70iger Jahren ein großes „Biotop“. Sichtbar ist besonders der Rückgang vieler Vogelarten, welche auf den Höfen ideale Umweltbedingungen fanden. Der Rückgang der Stubenfliege, welche noch vor wenigen Jahrzehnten jährliche Insektenplagen mit sich brachte, durch das Höfesterben, das fehlende Vieh und aufgrund von Hygieneauflagen hat auch den Rückgang von Rauch- und Mehlschwalbe mit entscheidend verursacht, ist sich Brunner sicher. In Notzeiten waren Schwalben als Flugjäger nämlich absolut auf diese angewiesen. Die Ergebnisse der Krefelder Studie, welche 2016 den drastischen Rückgang der Insektenmasse belegte, sieht er konform mit seinen Beobachtungen. Er kommentierte weiter auch den Einfluss von Pflanzenschutzmittel wie Neonicotinoide und Glyphosat, sowie das Nitratproblem im Grundwasser.

Auch die nahezu unbekannten Auswirkungen auf die Biomasse der Insekten durch die großflächige Ausbringung von „Bazillus thuringiensis israelensis (BTI)“ wurden aufgezeigt. So werden beispielsweise nach Angaben aus Wikipedia durch die Arbeit der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Schnakenbekämpfung KABS“, allein am Rhein, die Schnaken auf einer Fläche von 6000 qm um 96 % reduziert. BTI ist bereits heute weltweit zur Moskitobekämpfung im Gebrauch, der genaue Umfang aber unbekannt. Leider verenden damit auch andere Insekten und es fehlt in Massen Nahrung für Fische, Amphibien, Vögel und viele andere Tiere. Zum Beispiel wird der Wirkstoff auch an der Donau in Kelheim in Mengen ausgebracht.

Dass ein Hopfengarten nicht nur eine monotone Sonderkultur, sondern insbesondere im Frühjahr eine sehr spezielle herrliche Blühwiese sein kann, zeigt Brunner anhand von Bildern mit Roter Taubnessel, Ehrenpreisarten und Mierenarten. Sonderbarer Weise sind es Auflagen des Landwirtschaftsamtes zum Umweltschutz, welche dieses Biotop in Zukunft durch Umackern und Einsaaten verhindern werden. Auch hier fehlt es am Erkennen von Zusammenhängen. Brunner drängte das Amt, dass bei ihm ein Versuch wissenschaftlich begleitet wird, der den Wert der Hopfengarten-Blühflora untersucht.

Viele der Auflagen oder Programm für Landwirte sind einseitig zielführend und bewirken Nachteile an anderen Stellen. Die Belastung der Landwirte mit unnötiger und zusätzlicher Bürokratie und Kosten darf auch nicht außer Acht gelassen werden, führt sie doch oftmals in der bäuerlichen Landwirtschaft zur Entscheidung, den Betrieb aufzugeben. Ziel der Behörden scheint eine großflächige industrielle Landwirtschaft zu sein, die bekannter Maßen für die Natur die weitaus schlechteste Lösung darstellt.

Dass man zum Erhalt der Artenvielfalt die Bauern und die Naturschützer braucht und ein „Zusammen und nicht Gegeneinander“ der beste Weg ist, war das Schlusswort des Referenten. Anschließend wurde mit den Besuchern der Veranstaltung, unter denen sich auch Prof. Andreas Segerer Insektenforscher von der Zoologischen Staatssammlung in München, befand, angeregt und fair diskutiert.

 

Wirtschaften fürs Gemeinwohl

Am 01.03.2020 besuchte der GRÜNEN Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek auf Einladung der Ortsverbände Mainburg und Holledau von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Hallertau. Dieter Janecek ist Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda, im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des deutschen Bundestages. In der vollbesetzten Wirtsstube des Gasthofs Kreitmair in Notzenhausen sprach er unter dem Titel “Wohlstand ist mehr als Geld – Grünes Wirtschaften fürs Gemeinwohl“ auch über den jüngsten Jahreswohlstandsbericht.

Olivia Kreyling, Sprecherin des Ortsverbandes Mainburg und Spitzenkandidatin der GRÜNEN im Landkreis Kelheim, eröffnete die Veranstaltung und übergab das Wort zunächst an Dr. Erika Riedmeier-Fischer, die die Mainburger GRÜNEN auf Listenplatz 1 bei der Stadtratswahl in das Rathaus führen möchte.

Riedmeier-Fischer skizzierte ihre Ideen für ein lebenswertes Mainburg und verwies zu Recht auf ihre langjährige Erfahrung als Gemeinderätin im Rheinland, wo die gebürtige Abensbergerin einige Jahre lebte. Sarah Beck-Trojer, gebürtige Mainburgerin und Stadtratskandidatin auf Listenplatz 3, fügte noch hinzu, dass nun die Zeit zu handeln sei, da man gegenüber der nächsten Generation eine erhebliche Verantwortung hätte. Dieses Handeln könne aus vielen kleinen Beiträgen bestehen, die jeder einzelne Bürger ohne allzu große Mühen leisten könne.

In seinem Vortrag erläuterte Janecek, dass eine sozial-ökologische Wirtschaft auf der sogenannten Gemeinwohl-Ökonomie basiert. Zu einer sozial-ökonomischen Bilanzierung gehören gerechte Löhne und Teilhabe der Arbeitnehmer, die Berücksichtigung erneuerbarer Energien, eine Kontrolle der Ressourcen und Lieferketten hinsichtlich menschenrechtlicher Aspekte und regionale Beschaffung.

Die bis dato vorherrschende Kennzahl für Wachstum, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), gibt keine Auskunft über die Verteilung des Wachstums. So sind z.B. seit Jahren die sogenannten CARE-Berufe (Pflege, Kindererziehung etc.) vom Wirtschaftswachstum ausgenommen.

Aus diesen Gründen bewertet der Jahreswohlstandsbericht der GRÜNEN den Wohlstand Deutschlands nach gemeinwohlorientierten Kriterien: ökonomischen, ökologischen und sozialen – es ist eine ganzheitliche Betrachtung. Die Ergebnisse sind deutlich: einerseits geht es Deutschland gut, andererseits ist die Spreizung des Wohlstands enorm. Es sollte nicht mehr allein die Wirtschaft sein, die unsere Lebensqualität und unser Wohlergehen bestimmt.

Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Kreisrat Richard Ziegelmeier wies auf die bereits existierenden Aktivitäten in der Donaubogen Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e. V. hin, die erste Erfolge aufweisen kann. So hat die Firma OmniCert in Bad Abbach begonnen, eine Gemeinwohlbilanzierung ihrer Tätigkeiten aufzustellen. Abschließend ist festzuhalten, dass an erster Stelle der Wille vorhanden sein muss, Probleme zu erkennen, anzupacken und Wandel zuzulassen. Dass es funktioniert, konnte an verschiedenen Projekten gezeigt werden. Die Veranstaltung endete mit regionalen Gerichten der Familie Kreitmair, sodass alle Anwesenden gut gestärkt und informiert nach Hause gingen.

Im Titelbild (v.l.): Kreistagskandidatin Olivia Kreyling (Platz 1), Stadtratskandidatin Erika Riedmeier-Fischer (Platz 1), Dieter Janecek, Ortsvorsitzende Maria-Josefine Haimerl und Kreistagskandidat Ulrich Heindl (Platz 4)

Fotos: Ulrich Heindl und Sarah Beck-Trojer