Neubau Grundschule Sandelzhausen läuft an
Mit einer zweitägigen Kick-off-Veranstaltung am 18. und 19.02.2026 ist der Neubau der Grundschule Sandelzhausen nun in eine entscheidende Phase eingetreten. Das Bauamt und die Kämmerei sowie die beauftragten Fachplaner und Ingenieurbüros arbeiteten dabei intensiv an der Umsetzungsplanung und legen den zeitlichen Ablauf des Gesamtprojekts fest. Im Mittelpunkt stand die Abstimmung der Bauphasen, die zeitliche Einordnung der einzelnen Gewerke sowie die Festlegung, welche Arbeiten in welchem Zeitraum erfolgen sollen. Die Bauzeit ist auf 3-4 Jahre angelegt. Nach Abschluss der jetzigen Planungs- und Koordinierungsphase ist der Beginn der Erdarbeiten nach aktuellem Stand für den Frühling 2027 vorgesehen.
Bereits vor einigen Wochen wurden die Gespräche mit den beauftragten Architekten aufgenommen. Das Kick-off markiert nun den Übergang von der konzeptionellen Planung zur präzisen technischen und organisatorischen Vorbereitung. Dabei geht es um technische Schnittstellen, Bauabläufe und Zuständigkeiten – also um die Grundlagen für einen strukturierten und optimal terminierten Bauprozess. Die Fachplaner wurden zuvor im Rahmen eines VGV-Verfahrens ermittelt, einem formal geregelten Vergabeverfahren, das Transparenz, Wettbewerb und eine faire Auswahl sicherstellt. In einem solchen Verfahren werden Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben, Angebote anhand definierter Kriterien bewertet und Zuschläge nachvollziehbar vergeben.
Dass der Neubau nun sichtbar Fahrt aufnimmt, ist keineswegs selbstverständlich. Die ursprünglichen Planungen sahen ein integratives Konzept gemeinsam mit der Förderschule Mainburg und der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg als Träger vor. Architektonische Entwürfe und schulische Konzepte waren bereits weit fortgeschritten. Das Vorhaben scheiterte jedoch an förderrechtlichen Fragestellungen. Grund- und Förderschulen unterliegen unterschiedlichen Förderschlüsseln, und auf Seiten der Regierung bestand die Sorge, einzelne Bestandteile des Neubaus könnten doppelt gefördert werden. „Leider haben uns die vielen gemeinsamen Gespräche und die intensive Überzeugungsarbeit sehr viel Zeit gekostet“, bedauert Bürgermeister Fichtner. Mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder haben wir im November 2024 als Stadt die Initiative als alleiniger Bauträger ergriffen.
Der Stadtrat fasste am 29. November 2024, den Beschluss, den Schulhausneubau trotz des Ausstiegs aus dem gemeinsam geplanten KJF-Projekt weiter zu verfolgen und am Sportgelände des TSV Sandelzhausen zu realisieren. Daraufhin votierten die Ratsmitglieder mit deutlicher Mehrheit für dieses Projekt und die geschätzten Kosten von rund 13 Millionen Euro. Bürgermeister Helmut Fichtner erklärt dazu: „Wir haben sehr bedauert, dass ein integratives Konzept mit der KJF nicht zu verwirklichen war. Doch es blieb keine Zeit, alten Plänen nachzutrauern – so gut und modern sie auch gewesen wären. Gemeinsam mit der Kämmerei haben wir die erforderlichen Mittel im Haushalt gesichert und den Neubau der Grundschule klar priorisiert. Jetzt freue ich mich umso mehr, dass es losgeht.“
Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für den Neubau bereits seit Langem. Bauamt und Kämmerei arbeiteten eng verzahnt an Kostenrahmen, Ablaufstrukturen und Verfahrensschritten. Die Bauphase wird nun konkret angelegt. Realistisch wird von einer Dauer von etwa drei bis vier Jahren ausgegangen. Bürgermeister Fichtner betont dabei bewusst eine sachliche Linie: „Wir versprechen keine Utopien. Mir ist wichtig, dass in Mainburg realistische Szenarien verfolgt werden. Projekte werden erst dann kommuniziert, wenn sie fachlich sauber vorbereitet sind und ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung den Bürgerinnen und Bürgern konkrete und verlässliche Auskünfte geben kann.“
Ein wesentlicher Baustein der neuen Schule wird das moderne Raum- und Lernkonzept sein. Schulleiterin Claudia Artinger, die seit Anfang an in die Planungen ihrer neuen Schule eingebunden ist, setzt weiterhin auf ein modulares Gruppenkonzept nach dem sogenannten Münchner Modell. Dieses pädagogisch-architektonische Prinzip löst sich von starren Klassenzimmerstrukturen und schafft flexible Lernlandschaften. Charakteristisch ist die Wabenarchitektur, bei der mehrere Lernbereiche um gemeinsame Zonen gruppiert sind. Diese ermöglichen differenzierte Unterrichtsformen, individuelles Arbeiten und kooperative Lernphasen gleichermaßen.
Das Münchener Model verbindet moderne Pädagogik mit zeitgemäßer Architektur. Offene Lernbereiche, Rückzugszonen und multifunktionale Flächen fördern selbstständiges Lernen, Teamarbeit und eine stärkere Individualisierung des Unterrichts. „Moderne Schulgebäude prägen das Lernen der Kinder von Anfang an“, so Frau Artinger. „Flexible Räume eröffnen neue didaktische Möglichkeiten und unterstützen unterschiedliche Lernbedürfnisse. Architektur und Pädagogik greifen hier unmittelbar ineinander. Ich bin zuversichtlich, dass die neuen Konzepte bald mit den Kindern in unserer neuen Schule noch besser umsetzen können“
Vorerst wird der Neubau ohne eine neue Turnhalle umgesetzt. Bürgermeister Helmut Fichtner begründet dies pragmatisch: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Der Platz für eine Turnhalle ist vorgesehen, und wir werden dieses auch angehen. Doch zunächst wollen wir den Schulneubau verlässlich starten.“ Zugleich verweist die Stadt auf weitere Investitionen: Der Neubau des neuen Kindergartens beginnt, die Turnhalle und der Campus der Mittelschule wird momentan modernisiert, und auch die gebundene Ganztagesbetreuung an der Grundschule Mainburg wird mit neuem Anbau umgesetzt.
Mit dem Neubau der Grundschule Sandelzhausen investiert die Stadt Mainburg in ihre Jugend und Zukunft – für eine langfristige, solide und realistische Entwicklung. Sorgfältige Planung, transparente Verfahren und ein belastbarer Zeitrahmen stehen dabei im Vordergrund.
Foto: Stadt Mainburg



