Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt

ÖDP Mainburg diskutiert mit Bernhard Suttner: „Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt – Wie kommen wir besser zusammen?“

Der gesellschaftliche Zusammenhalt und der Erhalt einer lebendigen Demokratie sind zentrale Anliegen der ÖDP. Vor diesem Hintergrund lud der ÖDP Ortsverband Mainburg an 20.01.2026 zu einem Vortrag mit Bernhard Suttner in die Mainburger Stube ein. Referent war Bernhard Suttner, Gründungsmitglied, ehemaliger Landesvorsitzender und Landesbeauftragter für Grundsatzfragen der ÖDP.

Suttner machte deutlich, dass Demokratie nur dann dauerhaft funktioniere, wenn gesellschaftliche Spaltung überwunden werde. Dafür seien nach seiner Ansicht zwei zentrale „Baustellen“ entscheidend.

Zum einen gehe es um die Art der Konfliktaustragung. Unterschiedliche Meinungen seien normal, problematisch werde es jedoch, wenn demokratische Grundwerte missachtet, wissenschaftliche Fakten geleugnet oder gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt würden. Das populistische Denken in „wir gegen die“ schade der Demokratie. Große Herausforderungen wie Klimakrise, Artensterben oder Staatsverschuldung seien gemeinschaftlich verursacht und müssten auch gemeinsam gelöst werden. Suttner warb daher für Engagement in lokalen Vereinen, die Zusammenhalt fördern und demokratische Erfahrung im Alltag ermöglichen.

Zum anderen forderte der ÖDP-Grundsatzbeauftragte, Gerechtigkeitspolitik ganz nach oben auf die politische Agenda zu setzen. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass ihre Lebensrealität zu wenig beachtet werde. Als Beispiel nannte Suttner das ausgebliebene Klimageld, das besonders einkommensschwache Haushalte hätte entlasten können. Stattdessen würden oft Maßnahmen gefördert, die sozial und ökologisch fragwürdig seien. Ein Lösungsansatz sei beispielsweise die gerechtere Besteuerung von Kapitalerträgen und Umweltverbrauch.

Die Veranstaltung zeigte: Für die ÖDP ist der Einsatz für Demokratie, sozialen Ausgleich und gesellschaftliches Miteinander ein zentrales politisches Anliegen vor Ort. Das griff auch die Bürgermeisterkandidatin der ÖDP, Annette Setzensack auf. Entscheidend für den künftigen Erfolg der Stadt sei, dass Mainburg zusammenhält, ob im Stadtrat, in der Verwaltung oder in der Bürgerschaft. Dies ganz im Sinne der Ortsvorsitzenden Peter Gogl und Gamze Caglar, die sich wie die anderen anwesenden Stadtratskandidaten kurz vorstellten. Auch Landratskandidat Peter Michael Schmalz stattete der Versammlung einen Besuch ab und berichtete über seine langjährige Tätigkeit als Kreisrat.

Im Bild (v.l.): 3. Bügermeister Konrad Pöppel, Bürgermeisterkandidatin Anne Setzensack, Bernhard Suttner, Landratskandidat Peter-Michael Schmalz und Ortsvorstand Peter Gogl und Gamze Caglar. Foto: Karen Adams

 

Mainburger Kindergärten danken dem Frauenbund

Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an den Frauenbund Mainburg: Jede Kita im Stadtgebiet Mainburg erhielt eine Spende in Höhe von 300 Euro. Der Erlös stammt aus dem fleißigen Verkauf von selbstgemachten Plätzchen und Likören beim alljährlichen Schmankerl-Basar im Dezember. Die Kindergartenleitungen Natalie Wendl bedankte sich herzlich für den großen ehrenamtlichen Einsatz und die wertvolle Unterstützung für die Kinder.

Freude über die Spende (v. l.): Eine Vertreterin des Frauenbundes, Natalie Wendl (Leitung Kinderland Plus Mainburg), Franziskas Bortenschlager (Leitung Waldkindergarten Mainburg) und eine weitere engagierte Dame des Frauenbundes bei der Übergabe der 300-Euro-Spenden.

Foto: Frauenbund

WOLF ehrt 81 langjährige Mitarbeitende

Jahrzehntelange Verbundenheit ist keine Selbstverständlichkeit – bei der WOLF GmbH in Mainburg aber gelebte Realität. In feierlichem Rahmen ehrte das Unternehmen insgesamt 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit. Zusammen stehen sie für viele tausend Arbeitstage, für Erfahrung, Verlässlichkeit und gemeinsames Wachstum.

 

Mit der traditionellen Ehrung der Jubilare setzt die WOLF GmbH ein klares Zeichen: Langjährige Mitarbeit, Erfahrung und Loyalität sind zentrale Säulen des Unternehmenserfolgs. Im 2. Halbjahr 2025 wurden die Dienstjubiläen gefeiert – sie reichen von zehn bis 45 Jahren. Jeweils 23 Beschäftigte feierten ihr 10- bzw. 25-Jähriges. Sieben Mitarbeitende blicken auf 30 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück, 13 auf 35 Jahre. Zehn Beschäftigte sind bereits 40 Jahre im Unternehmen und fünf Mitarbeitende feierten sogar 45-jährige Betriebszugehörigkeit.

 

Besondere Jubiläen: 45 Jahre WOLF

Die dienstältesten Jubilare waren dieses Mal Erwin Fersch, Robin Kuffer, Helmut Rührich, Franz Stempfhuber und Werner Grünig. Sie alle hatten im Jahr 1980 ihren ersten Arbeitstag bei WOLF. Als sie ihre berufliche Laufbahn starteten, blickte die Welt auf die Olympischen Spiele in Moskau. Erste CD-Player und Heimcomputer hielten Einzug in den Alltag und Umwelt- und Klimaschutz rückten durch die Gründung der Partei „Die Grünen“ zunehmend in den Fokus.

 

Dank für langjährige Verbundenheit

In ihrer Ansprache stellte Kathrin Stauss, Bereichsleiterin Personal bei WOLF, die Bedeutung der Jubilare für das Unternehmen heraus: „Ein Jubiläum ist mehr als eine Zahl. Es steht für Verantwortung, für Herausforderungen, für Ausdauer – und gerade in den letzten Jahren auch für Veränderung. Sie alle haben gezeigt, was es heißt, sich auf Neues einzulassen, mitzugehen und mitzugestalten. Mit Ihrem Wissen, Ihrem Einsatz und Ihrer Loyalität haben Sie WOLF geprägt. Dafür sage ich: Herzlichen Dank!“

 

Anerkennung zum Ruhestand

Neben den Jubilaren wurden 13 Kolleginnen und Kollegen offiziell verabschiedet. Sie sind in den vergangenen sechs Monaten in den Ruhestand eingetreten. Viele von ihnen können selbst auf mehrere Dienstjubiläen zurückblicken.

Foto: Wolf

Kino zum Internationalen Frauentag

Am 8. März wird nicht nur in Bayern gewählt, es ist auch der internationale Frauentag 2026. Dazu veranstalten der Rotary Club Mainburg-Hallertau zusammen mit der Stadt Mainburg einen Kinoabend. Zu Wahl und Frautag passend, wird ein Film* über die Erkämpfung des Wahlrechts für Frauen in der Schweiz gezeigt.

Details:

• So. 08.03.2026, 19.00 Uhr
• Ort: Haus der Begegnung, Mitterweg 23, Mainburg
• Eintritt frei
• Snacks und Getränken
• Film: „Kampf ums Frauenwahlrecht“ *
*Aus rechtlichen Gründen darf der Titel des Films nicht beworben werden. 

 

Über den Film

Der im Jahr 1971 spielende Film* thematisiert die harte Erkämpfung des Wahlrechts für die Frauen in der Schweiz. Die scheinbar unantastbare „Gott gegebene Ordnung“, wonach die (Ehe)Männer für und über die Frauen bestimmen dürfen, stellen die allmählich Mut fassenden Schweizer Frauen gegen erhebliche Widerstände in Frage. Durchhaltevermögen ist nötig um Veränderung zu erreichen. Zusammenhalt und erstarkendes Selbstbewusstsein bringen die Frauen soweit, für ihre Rechte einzustehen. Der 2017 entstandene Film beleuchtet humorvoll, aber eindringlich die damalige Ungleichheit.

1918 durften die Frauen in Deutschland zum ersten Mal zur Wahl gehen und erst 1971 auch die Frauen in der Schweiz – erst 1990 wurde im Halbkanton Appenzell-Innerrhoden das Recht endgültig durchgesetzt. In Saudi-Arabien und im südostasiatischen Sultanat Brunei besitzen Frauen bis heute kein Wahlrecht. Darum ist das Motto des internationalen Frauentags 2026: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte, Gleichheit, Ermächtigung“.

„Erhalten wir uns das Recht zu wählen, uns politisch und gesellschaftlich zu engagieren. Denn wenn Demokratie auch viel an Kompromissen abverlangt, nicht immer die einfachen Lösungen bringt, und nicht jeden einsichtig zurücklässt: seine Meinung äußern zu können, und gehört zu werden, ist eben nur in der Demokratie möglich“, so Mitorganisatorin Helene Tschacher.

Bild: Firefly with NanoBanana

 

Besuchertaxi-Testphase zur Ilmtalklinik Pfaffenhofen

Besteht Bedarf an einem Besuchertaxi zur Ilmtalklinik Pfaffenhofen? Das will Bürgermeister Helmut Fichtner im Probezeitraum von 23.02.2026 bis 12.04.2026 mit dem Fahrdienst ausloten. „Mir ist wichtig herauszufinden, ob die Mainburger ein Besuchertaxi nach Pfaffenhofen brauchen“, so Bürgermeister Fichtner. „Denn wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln Angehörige oder Freunde in der Ilmtalklinik Pfaffenhofen besuchen möchte, hat es nicht ganz leicht. Eine direkte Busverbindung gibt es nicht.“

 

Details Besuchertaxi:

• täglichen Fahrdienst
• Strecke: Krankenhaus Mainburg – Ilmtalklinik Pfaffenhofen
• 14.30 Uhr Abfahrt nach Pfaffenhofen
• 16.00 Uhr Rückfahrt nach Mainburg
• Preis Hin- und Rückfahrt: 10 Euro
• Buchung am Vortag: Fahrservice Lühr, Tel. 0175 4117219
• Mindestbuchung: eine Person
• Probezeitraum: 23.02. – 12.04.2026

 

Bisherige Möglichkeit: Kexi und ÖPNV

Möglich ist allerdings schon. Montags bis freitags fährt ein ÖPNV-Bus, Linie 580, vom Bahnhof Rohrbach (Ilm) direkt zur Ilmtalklinik Pfaffenhofen, jeweils um 9.46 Uhr und um 14.12 Uhr, und von dort wieder zurück zum Bahnhof jeweils um 10.30 Uhr und um 14.50 Uhr. Die Strecke von Mainburg bis zum Bahnhof Rohrbach könnten die Besucher mit dem Kexi-Bus abdecken. „Diese Variante mit Kexi und ÖPNV-Bus 580 ist dann sinnvoll, wenn man ein Deutschlandticket besitzt“, so Helmut Fichtner. Für Fahrgäste, die weder das Deutschlandticket, eine Monatskarte oder ein anderes Verbundsticket haben, wird die Fahrt nach Pfaffenhofen allerdings teuer. Dann muss man für eine einzelne Kexi-Fahrt etwa 10 Euro (2,50 Euro Grundpreis + 40 Cent pro Kilometer) und für die Einzelfahrt mit dem ÖPNV-Bus etwa 6 Euro rechnen, insgesamt also über 30 Euro für einen Besuch im Krankenhaus Pfaffenhofen.

 

Praktisch und direkt nach Pfaffenhofen

„Wir wollen es den Mainburgern ermöglichen, für 10 Euro Angehörige und Freunde im Krankenhaus Pfaffenhofen zu besuchen und dabei bequem und direkt zur Ilmtalklinik zu kommen. Und das zu Zeiten, die sinnvoll für einen Krankenhausbesuch sind“, erklärt Bürgermeister Helmut Fichtner. Dabei übernimmt die Stadt pro Person und Besuchsfahrt 90 Euro von 100 Euro anfallenden Kosten, die sich aus 70 Euro Fahr- und 30 Euro Warte-Kosten für den Service zusammensetzen. Diese Kostenübernahme wurde im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen. „Nach der Testphase wissen wir, ob die Mainburger Bedarf an einem Fahrdienst nach Pfaffenhofen haben“, so Bürgermeister Fichtner. „Dann kristallisiert sich auch heraus, ob und wie der flexible 9-Sitzer-Bus vom Carsharing-Anbieter mikar angenommen wird.“ Auch das Mietauto-Konzept, das im März in eine dreimonatige Testphase startet, wäre eine Möglichkeit für Mainburger mit Führerschein, ohne eigenes Auto, nach Pfaffenhofen zu kommen. Der mikar-Kleinbus wartet ab 2. März auf dem asphaltierten Parkstreifen auf der Festwiese auf seine Buchungen.

Foto: Stadt Mainburg

 

2. Rotary Jugendmusikpreis 2026

Rotary Club Mainburg-Hallertau fördert junge musikalische Talente – 
2. Auflage des Jugendmusikpreises

Die Förderung junger Menschen gehört seit vielen Jahren zu den zentralen Anliegen des Rotary Clubs Mainburg-Hallertau. Ein sichtbares Beispiel dafür ist der 2025 erstmals ausgelobte Jugendmusikpreis im Bereich Klassik, der 2026 in einer erweiterten Form fortgesetzt wird: Erstmals richtet sich der Wettbewerb nun auch an eine Junior-Altersgruppe.

Teilnahmeberechtigt sind junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 10 bis 15 Jahren (Stichtag 01.01.2026), die eine Schule oder Musikschule in der Region besuchen. Voraussetzung ist eine klare Ausrichtung auf die klassische Musik sowie die engagierte und freudvolle Beschäftigung mit einem Instrument. Ziel des Wettbewerbs ist es, musikalisches Talent frühzeitig zu erkennen, zu fördern und öffentlich sichtbar zu machen.

Der Rotary Club vergibt in diesem Jahr vier Geldpreise in Höhe von jeweils 400 Euro. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury, die die musikalischen Beiträge nach künstlerischen und technischen Kriterien bewertet.

Die Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren ihr Können am 26. April 2026 im Rahmen eines öffentlichen Preisträgerkonzerts im Zehentstadl in Train. In feierlichem Rahmen werden dort nicht nur die Geldpreise überreicht, sondern auch Urkunden an alle teilnehmenden Nachwuchsmusikerinnen und -musiker vergeben.

Teilnahmebedingungen und Anmeldeformular: www.rc-mainburg-hallertau.de
Anmeldeschluss: 13.03.2026

 

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche, die eine der allgemeinbildenden Schulen oder eine der öffentlichen Musikschulen der Region besuchen:

• Hallertauer Mittelschule Mainburg
• Staatl. Realschule Mainburg
• Gabelsberger Gymnasium Mainburg
• Mittelschule Rottenburg-Hohenthann
• Staatl. Realschule Rottenburg
• Mittelschule Oberroning
• Realschule Oberroning
• Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen
• Johannes Nepomuk Gymnasium Rohr
• Sing- und Musikschule der Stadt Mainburg
• Städt. Musikschule Rottenburg mit den Außenstellen Train und Pfeffenhausen
• Hallertau-Gymnasium Wolnzach

 

Zugelassene Instrumente:

• Tasteninstrumente: Klavier
• Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass
• Holzblasinstrumente: Querflöte, Oboe, Klarinette, Saxofon, Fagott
• Blechblasinstrumente: Trompete, Horn, Posaune, Tuba
• Zupfinstrumente: Gitarre, Konzertharfe
• Gesang, Kunstlied (kein Pop, Musical etc.)

 

Vollsperrung der Ingolstädter Straße / Teil 2

Bauarbeiten in der Ingolstädter Straße – Fortsetzung nach der Winterpause

Die Arbeiten in der Ingolstädter Straße werden nach der Winterpause fortgesetzt. Ab Mo. 02.03.2026 beginnen zunächst die Wasserleitungsarbeiten. Im Anschluss daran erfolgt die komplette Sanierung des Straßenzugs. Dabei werden die Fahrbahn, die Gehwege und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung umfassend erneuert und neu angelegt.

Die Vollsperrung beginnt ab der Einmündung Pinskerstraße und wird abschnittsweise bis zur Staatstraße 2049 durchgeführt. Während der einzelnen Bauphasen kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen; entsprechende Umleitungen werden ausgeschildert. Zufahrten für Anlieger sind – abgesehen vom unmittelbaren Baufeld – soweit möglich gewährleistet. Bei kurzfristigen Einschränkungen informiert die ausführende Baufirma die betroffenen Anwohner rechtzeitig. Bitte beachten Sie, dass in den betroffenen Bereichen keine Wendemöglichkeiten bestehen und Zufahrten zu einzelnen Abschnitten zeitweise gesperrt werden können.

Die Müllentsorgung wird wieder koordiniert. Bei Bedarf werden Sammelstellen eingerichtet. Anlieger werden gebeten, ihre Tonnen zu kennzeichnen und am Abholtag zur Sammelstelle zu bringen. Eine gesonderte Information erfolgt zusätzlich. Die Zufahrten für Rettungsdienste und die Feuerwehr bleiben jederzeit gewährleistet.

Das voraussichtliche Bauende ist für Ende November 2026 geplant.

Die Stadt Mainburg bittet alle Anwohner sowie Verkehrsteilnehmende um Verständnis und Geduld während der Bauzeit und steht für Rückfragen gerne zur Verfügung: bauamt@mainburg.de

 

„Mein Morgenstern“ – Handwerkskunst trifft Poesie

Sonderausstellung im Stadtmuseum über handwerkliche Buchproduktion
ist eine Hommage an Dichter Christian Morgenstern

Ein Buch mit Gedichten von Christian Morgenstern steht im Zentrum der Ausstellung „Mein Morgenstern“. Das Besondere daran ist, wie kunstvoll die Gedichte in Szene gesetzt sind: auf handgeschöpftem Papier, von Hand gesetzt, gedruckt und gebunden. Seite für Seite Meisterwerke der Handwerkskunst, an denen über 60 Spezialisten zwei Jahre lang gearbeitet haben. Erstmals präsentiert wurde das Buch, das in einer limitierten Auflage von 111 Exemplaren erschienen ist, im März 2025 im Christian-Morgenstern-Museum in Werder zum 111. Todestag des Lyrikers. Seitdem tourt die Wanderausstellung durch Deutschland und macht nun von 1. März bis 3. Mai 2026 Station im Mainburger Stadtmuseum.

 

Details zur Sonderausstellung:

• Ort: Stadtmuseum Mainburg, Abensberger Str. 15
• Dauer: 01.03. – 03.05.2026
• Öffungszeiten: So. 14.00 – 17.00 / Mi. 09.30 – 13.00 Uhr
• Führungen für Gruppen, Schulen und Kindergärten auf Anfrage: Tel 08751 704611 / E-Mail: stadtmuseum@mainburg.de

www.stadtmuseum-mainburg.de

 

Persönliches Know-how aus Mainburg

Möglich gemacht hat die Ausstellung vor Ort Horst Pinsker, Drucktechniker und leidenschaftlicher Typograph. Als Mitglied des Vereins für die Schwarze Kunst holt er „Mein Morgenstern“ nicht nur nach Mainburg, sondern bereichert die Ausstellung auch noch mit etwas ganz Persönlichem, womit keiner der anderen deutschen Ausstellungs-Standorte aufwarten kann: Pinsker bringt aus seiner persönlichen Werkstatt für die Schwarze Kunst eine Mini-Druckmaschine, einen kleinen „Boston-Tiegel“, mit und besondere Schmankerl traditioneller Druckkunst, wie beispielsweise ein Gebetbuch im Lichtdruck, ein nur noch seltenes Edeldruckverfahren. Und auf einer sogenannten „Nudel“ dürfen die Besucher Bleisatz und Buchdruck selbst ausprobieren und das Ergebnis – natürlich ein Morgenstern-Zitat – mit nach Hause nehmen. „Dass Horst Pinsker die deutschlandweite Ausstellung in Mainburg möglich macht, freut mich sehr!“, so Bürgermeister Helmut Fichtner, „Dass er sie auch noch mit Mainburger Know-how ergänzt, macht sie umso wertvoller und spannender!“

 

Drucktechniken jetzt immaterielles Kulturerbe

Eine Rarität aus seiner persönlichen Sammlung liegt Horst Pinsker besonders am Herzen: ein Replikat der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel, so gesehen die Anfänge unserer heutigen Informationskultur. Denn genau das setzte Johannes Gutenberg in Bewegung, als er 1450 den Druck mit beweglichen Lettern erfand. Es war eine Medienrevolution im Spätmittelalter, die das Abschreiben von Büchern überflüssig machte und Bildung – langsam, aber sicher – zu den Menschen brachte. Die erste gedruckte Bibel, wie sie bei der Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen ist, war wohl das erste Druckerzeugnis, das unsere Vorfahren zu Gesicht bekamen. „Und ‚Mein Morgenstern‘ zeigt, wie heutige Designer und Typographen das alte Handwerk kunstvoll interpretieren.“, erklärt Horst Pinsker. „Nicht umsonst wurden die künstlerischen Drucktechniken 2018 zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Sie sind Kulturgeschichte!“ Und genau dieses Erbe zu bewahren, hat sich der Verein für die Schwarze Kunst, dem Horst Pinsker auch angehört, auf die Fahnen geschrieben.

 

Von der Idee zum Kunstwerk auf Tournee

Die Idee zur Ausstellung „Mein Morgenstern“ entstand bei einem der Treffen des Vereins für die Schwarze Kunst, wo sich Spezialisten aus ganz Deutschland regelmäßig vernetzen. Es war die Idee, den 111. Todestag des Dichters Christian Morgenstern im März 2025 zu ehren. Der Lyriker, geboren 1871 in München, entstammte einer Malerfamilie. Auch wenn er keine Pinsel und Farben benutzte – das Gestalterische findet sich in seinen Texten in einer sehr bildhaften Sprache wieder. „Es ist dieses Spielerische in seinem Werk, das Typographen lieben, aufs Papier zu bringen“, erklärt Willi Beck, stellvertretender Vorsitzender des Vereins für die Schwarze Kunst und einer der Initiatoren der Ausstellung. „Aus Morgensterns Inspiration ist etwas ganz Großes geworden! Wunderbar witzige Gedichte, kreativ gesetzt und gedruckt auf handgeschöpftem Papier!“ Eine Idee, für die Willi Beck auch die Papiermühle Homburg, den Verein Meister der Einbandkunst und die Büchergilde Gutenberg gewinnen konnte. Zusammen stellten sie in einer überregionalen Kooperation 111 handgemachte Ausgaben des Buches her – in 22 Einband-Varianten, gestaltet von verschiedenen Einband-Künstlern. Auf 4.000 handgeschöpften Papierbögen entstanden in sechs Werkstätten 10.000 Handpressendrucke – in Szene gesetzt von über 60 Meistern ihres Faches.

 

Erlebnis vor Ort

Die Mainburger Ausstellung zeigt neben den 22 prachtvollen Buchausgaben 44 Druckgrafiken von 29 Designern, darunter auch viele junge Künstler. Zu sehen sind auch Werkzeuge wie Bleisatzformen, Lithosteine, Linolschnitte, Original-Holzstiche, die Einblicke in den Entstehungsprozess des Projektes geben. Nicht zu vergessen: „die Punkte auf dem i“: drucktechnische Schätze von Pinsker Druck und Medien, von der Buchbinderei Obermeier aus Rottenburg und aus der Werkstatt für Schwarze Kunst, in denen die Schönheit der analogen Kommunikation greifbar wird: etwa die Erstausgabe der „Anleitung zur deutschen Rede-Zeichen-Kunst oder Stenographie von Franz Xaver Gabelsberger“ oder die Bibliographien von Antonius Stradivarius. „Mein Morgenstern zeigt die beeindruckende Bandbreite handwerklicher Buchpräsentation“, freut sich Museumsleiter Dr. Andreas Kühne auf die Sonderausstellung. „Eine poetische Ausstellung über alte Handwerkskunst, die im Zeitalter von Internet und KI ein kulturgeschichtliches Erlebnis für Groß und Klein ist! Auch Familien und Schulklassen sind herzlich willkommen!“

 

 

Interview

Dresden, Köln, München, Hamburg, Mainburg!

 

Horst Pinsker holt die Wanderausstellung „Mein Morgenstern“ in die Hopfenstadt – ein Gespräch mit einem begeisterten Schriftsetzer, Drucker und leidenschaftlichem Typografen

 

Lieber Herr Pinsker, Sie haben die Ausstellung „Mein Morgenstern“ im Herbst 2025 in Köln gesehen. Was hat Sie persönlich an der Ausstellung fasziniert?

Horst Pinsker: Diese Ausstellung verkörpert alles, was ich unter „Schwarzer Kunst“ verstehe. Hier kommen saubere Typographie, perfekter Druck, traditionelles Buchbinderhandwerk und edles Papier zusammen. Und wenn man weiß, wie viel Fachwissen und handwerkliches Können in den zahlreichen Arbeitsschritten steckt, dass hier kein Stück Software zum Einsatz kommt, zur Produktion keine Kilowattstunde Strom für die Produktion benötigt wurde, alles hergestellt mit Manneskraft und Frauen-Power – dann empfindet man höchsten Respekt vor diesen Berufen und vor den Kolleginnen und Kollegen vergangener Zeiten. Außerdem fand ich es besonders beeindruckend, dass die meisten Beteiligten keine so alten Schwarzkünstler wie der Willi Beck und ich sind, sondern junge Handwerkerinnen, Handwerker und Künstler, die diese Tradition leben, weiterführen und auf ihrer Grundlage neue Geschäftsmodelle entwickeln.

 

Die Ausstellung tourt seit März 2025 nun für rund zwei Jahre durch große Städte Deutschlands und sogar in die Schweiz. Wie haben Sie es geschafft, „Mein Morgenstern“ nach Mainburg zu holen?

Horst Pinsker: Mit etwas Überzeugungsarbeit und einer Portion Glück! Mitte September 2025 war die Ausstellung in der Kunst- und Museumsbibliothek in Köln zu sehen. Dort habe ich sie im Rahmen unserer Jahrestagung des Vereins für die Schwarze Kunst erstmals besucht. Da war ich sehr bewegt und habe die Verantwortlichen gefragt, ob die Ausstellung auf ihrer Wanderschaft nicht auch in der Hallertau Station machen könnte. Man versprach, das wohlwollend zu prüfen. Eine Woche später kam der Anruf: Der geplante Termin im Gutenberg-Museum in Mainz musste wegen Umbauverzögerungen verschoben werden. Dadurch ergab sich im März und April 2026 ein Zeitfenster. Und das konnten wir nutzen! Nun kommt „Mein Morgenstern“ in unsere Hopfenstadt, gewissermaßen als „MAI Morgenstern“.

 

„MAI Morgenstern“ passt sehr gut – zumal Sie die Ausstellung mit wertvollen Sammlerstücken und kunstvollen Drucken Ihrer hiesigen Werkstatt bereichern! Worauf dürfen sich die Besucher freuen?

Horst Pinsker: Ich bringe zum Beispiel das „Ilustrirte Buchbinderbuch“ aus dem Jahr 1868 mit. Dieses Buch hat mein Urgroßvater im Juni 1873 zur bestandenen Meisterprüfung als Buchbinder bekommen – ein besonderes Familienerbstück. Außerdem zeige ich ein Werk von P. Abraham a Santa Clara von 1711, das sich dem ehrenwerten Beruf des Buchdruckers und Buchbinders widmet, sowie den aktuellen Kalender zur Karwoche und zur Osteroktav „Der Sieg des Lebens über den Tod“.

 

Was kann uns die Ausstellung „Mein Morgenstern“ im Zeitalter von Touchscreen, Internet und KI mit auf den Weg geben?

Horst Pinsker: Digitale Medien sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Dennoch haben analoge Dinge nach wie vor ihren besonderen Reiz. Natürlich freut man sich über eine nette WhatsApp-Nachricht. Aber eine schöne Karte, ein handgeschriebener Brief auf Büttenpapier, ein gutes Buch oder eine gedruckte Zeitung besitzen einen eigenen Tiefgang und haben eine ganz eigene Wertigkeit. Oder um es mit Marie von Ebner-Eschenbach zu sagen: „So manches papierene Denkmal hat mehr Bestand als ein Denkmal aus Erz.“

Foto Horst Pinsker: Stadtmarketing Mainburg / Foto Entstehungsprozess: Verein für die Schwarze Kunst e.V.

 

Lesung „Mainburg unterm Hakenkreuz“

Hanns Georg Seidl liest erneut aus seinem Buch „Mainburg unterm Hakenkreuz“

Im September 2022 brachte Hanns Georg Seidl, ehemaliger Geschichtslehrer und Rektor in Mainburg, das Buch „Mainburg unterm Hakenkreuz“ heraus, in dem er die Zeit von 1928 bis 1945 in der Hopfenstadt beleuchtet. In kurzer Zeit waren alle Auflagen ausverkauft. Jetzt ist eine erweiterte, ergänzte Auflage erschienen – dazu wird es auch nochmal eine Lesung geben. Die Lesung ist für alle – egal ob ihr das Buch bereits gelesen habt oder nicht – gleichermaßen interessant. Bei der Veranstaltung erfahrt ihr nicht nur Details zu den Ereignissen in Mainburg zur Nazi-Zeit, sondern könnt dem Autor auch Fragen stellen und mit ihm über den Inhalt diskutieren.

Details:

• Fr. 27.02.2026, 19.00 Uhr
• Ort: LSK Theatersaal, Am Sportplatz 3, Mainburg
• Eintritt frei

 

Zum Buch

Auch in Mainburg gab es genügend entschlossene Anhänger des Führers und seiner Partei, die dessen menschenverachtende Weltanschauung in Wort, Tat und Schrift unterstützten und vertraten und somit zum Fortbestehen des III. Reichs und seiner Verbrechen beitrugen. Hanns Georg Seidl nimmt seine Leser*innen mit auf eine Reise in die wenig bekannte Geschichte von Mainburg – ein Kaleidoskop aus Persönlichem, Briefen, Interviews mit Zeitzeugen, Zeitungsartikeln und Bildern.

„Wenn man erfährt, dass der eigene Vater oder Opa ein Nazi gewesen ist, dann muss man das aushalten, wenn man daraus etwas lernen will. Bevor Sie aber jetzt über die Nachfahren der Herren Brunner, Fellner, Seidl, Hösl, Schnell, Hien und Gerl in Ihrem moralischen Urteil herfallen – wer sagt denn, dass Sie nicht auch einen Naziopa im Keller liegen haben? Und der verschwindet nicht, wenn man ihn verdrängt, vergisst oder leugnet. Ich denke, es macht es erträglicher, wenn man sich damit auseinandersetzt, darüber spricht, was er getan, geschrieben oder gesagt hat“, beschreibt Hanns Georg Seidl sein Anliegen.

• 408 Seiten, Softcover, 170 x 240 mm
• 22 Euro
• Bestellung: Weinmayer, Bahnhofstr. 4, Mainburg, Tel. 08751 1411
• Direkt beim Autor Hanns Seidl, Tel. 0178 6903219

 

Neu in der aktuellen Auflage:

• Vorwort Historiker
• Fotos Fasching 1929
• Grund KZ-Einweisung Seb. Bauer
• Röhm-Putsch in Mainburg 1934
• Amtsenthebung Bgm. Kellerer 1934
• Schicksal Judenfamilie Göring
• Meilenhofener H. Zimmerer im Kaukasus
• V. Schöttl Lagerkommandant in Auschwitz
• Halbjude H. Göring und die „deutsche Frau“
• Sandelzhausener A. Schöbel in Russland
• Foto Kreiskriegertag Mainburg 1944
• Soldatengrab Lindkirchen – Namen – 1945

 

Neue Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen“

Für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz an drei Standorten im Landkreis Kelheim

Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz stehen im Alltag vor großen Herausforderungen. Neben der emotionalen Belastung erfordert die Betreuung viel Wissen, Geduld und Kraft. Um Angehörige und andere Bezugspersonen gezielt zu unterstützen, bietet die Gesundheitsregionplus Landkreis Kelheim in Zusammenarbeit mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e.V. die kostenlose Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen“ an. Das Angebot richtet sich an pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger und wird in Kooperation mit regionalen Partnern ab März 2026 an drei Standorten im Landkreis umgesetzt – auch in Mainburg.

Die Schulungsreihe vermittelt praxisnahes Wissen rund um das Thema Demenz und den Umgang mit den damit verbundenen Veränderungen. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen, Überforderung vorzubeugen und Entlastungsmöglichkeiten kennenzulernen. In insgesamt sieben aufeinander aufbauenden Modulen werden unter anderem Grundlagen zu Demenzerkrankungen und ihrem Verlauf, Kommunikation und Alltagsgestaltung, der Umgang mit herausfordernden Situationen, pflegerische Fragestellungen, Leistungen der Pflegeversicherung sowie rechtliche Vorsorge- und Unterstützungsmöglichkeiten behandelt.

Die von der BARMER geförderte Schulungsreihe wird von qualifizierten Referentinnen mit langjähriger Erfahrung in der Demenzarbeit durchgeführt und bietet darüber hinaus Raum für Austausch mit anderen Betroffenen.

In Kooperation mit dem VdK Ortsverband Mainburg:

• Ort: Kath. Pfarramt, Am Gabis 7, Mainburg
• Termine: 02./09./16./23.03.2026, jeweils 14-17 Uhr + 13.02.2026, 14-18 Uhr
• Infos und Anmeldung: Kerstin Haimerl-Kunze, E-Mail: ov-mainburg@vdk.de

Die Schulungsreihe ist als zusammenhängende Reihe konzipiert, eine Teilnahme ist daher nur an der vollständigen Seminarreihe möglich, einzelne Module können nicht separat besucht werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl werden die Anmeldungen nach dem Zeitpunkt ihres Eingangs berücksichtigt.

 

Im Bild: Gemeinsam pflegende Angehörige unterstützen – Die Vertreter der drei Standorte beim Startschuss für die Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen“ (v.l.n.r.: Melanie Hase, Landrat Martin Neumeyer, Bürger-meister Michael Raßhofer, Brigitte Kempny-Graf, Bürgermeister Herbert Blascheck, Bürgermeister Thomas Krebs, Karin Gruber und Franziska Häffner). Foto: Margarita Limmer, Landratsamt Kelheim