Die Krise im Hopfenmarkt hält an: Hopfenpflanzer roden Hopfenfelder oder geben ganz auf

Deutschland ist der größte Hopfenproduzent der Welt. Mehr als ein Drittel der globalen Hopfenproduktion findet in Deutschland statt, gefolgt von den USA mit etwas weniger Hopfen und von der Tschechischen Republik mit knapp 10% der weltweiten Hopfenfläche. Die großen Hopfen-Nationen versorgen traditionell die gesamte globale Brauindustrie mit dem unverzichtbaren Rohstoff Hopfen. Große Anteile der erzeugten Hopfen werden exportiert. Nahezu der gesamte Hopfen wird zur Bierherstellung verwendet. Andere Anwendungen und Vermarktungswege sind nur marginal.

 

Weniger Bier getrunken

Die Stimmung am Hopfenmarkt ist derzeit schlecht. Der hohe Hopfenbedarf der letzten Jahre ist geschrumpft. Seit Jahren wird weltweit weniger Bier getrunken und damit weniger Hopfen gebraucht. Die Folge ist eine Überversorgung mit Hopfen, hohe Lagerbestände und schlechte Hopfenpreise. Die Hopfenpflanzer müssen ihre Hopfen zum Teil unter den Herstellungskosten abgeben und geraten dadurch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Reaktion ist ein Rückgang der Hopfenflächen, weil unwirtschaftliche Geschäftsbereiche aufgegeben werden.

 

Hopfenfläche beim Weltmarktführer Deutschland sinkt

Auch die Hopfenfläche beim Weltmarktführer Deutschland sinkt. Von 2023 bis 2025 verschwanden bereits knapp 10% der deutschen Hopfen. Diese Entwicklung geht weiter. In seiner aktuellen Flächenerhebung berichtet der Verband deutscher Hopfenpflanzer mit Sitz in Wolnzach in der Hallertau von einem weiteren Rückgang der Hopfenfläche in Deutschland. Demnach muss eine Reduktion um weitere 5,81 % oder um 1.101,01 Hektar verzeichnet werden, so dass in 2026 voraussichtlich auf insgesamt 17.860,94 Hektar in Deutschland Hopfen produziert wird.

Wie auch in den Vorjahren sind die Flächenverluste bei den Sorten Perle, Hallertauer Tradition und Hallertauer Magnum am auffälligsten. Allein diese drei Sorten machen mit einem Rückgang von 914,79 Hektar den Großteil der insgesamt 1.101,01 Hektar Flächenverlust aus. Die Überversorgung bei den Aroma-Hopfen macht schon seit mehreren Jahren vor allem bei Perle und Hallertauer Tradition eine Reduzierung der Produktionsmenge notwendig.

Zunehmend besorgt sind die Hopfenpflanzer aber zusätzlich, weil nun auch bei den Bitterhopfen eine Überversorgung droht. Der bisherige Rückgang der Fläche an Hallertauer Magnum scheint noch nicht genügend Entlastung zu bringen. Befürchtet wird, dass auch die Haupt-Bitter-Sorte Herkules zum Teil gerodet werden muss. Ein zunehmender Wettbewerb mit amerikanischem Bitterhopfen erschwert die Marktlage dabei zusätzlich.

 

Betriebe schließen

Deutschland verliert nicht nur Hopfenfläche, sondern auch Hopfenbau-Betriebe. Die überwiegend als Familienbetriebe geführten Höfe werden seit Jahren weniger. Im Vergleich zum Vorjahr haben 62 Hopfenpflanzer den Hopfenbau ganz aufgegeben, so dass in 2026 noch insgesamt 904 Hopfenbaubetriebe in Deutschland verbleiben.

Text: Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V.