Etwas übermüdet gingen wir die Flugzeugrampen hoch, vorbei an den ganzen Lichtern und an den Transportbändern. In dem halb vollen Flugzeug, indem wir uns ganz gemütlich in einer kompletten Viererreihe schlafen legen konnten, war es oft viel zu heiß. Doch das was uns hier am vorbeigehen streifte, war anders – es war die angenehme Wärme der costaricanischen Abendluft.

Ein paar Wochen zuvor hatten wir uns für den Urlaub nach Costa Rica entschieden. Wir wollten raus aus dem Arbeitsstress, raus aus dem Alltag. Petra, die für uns im Reisebüro Bartl alles organisierte, fand nicht nur einen günstigen Flug sondern auch ein schönes Hotel in San José, in welchem wir die ersten Nächte verbrachten.

Costa Rica ist ein sehr kleines Land, gerade mal etwas größer als Bayern und lässt sich in knapp drei Wochen gut bereisen. Wir entschieden uns zuerst an die Karibikseite zu fahren. Das Preisniveau ist mit dem in Deutschland vergleichbar. Stellt man seine Ansprüche weiter nach hinten und lässt sich von der Lebensart „Pura Vida“ der Costa Ricaner inspirieren, kann man aber auch für fünf Dollar mit dem Bus von der Hauptstadt an die Karibikküste kommen.
Die vielen neuen Eindrücke der Bananenplantagen, die bunte Vegetation der Karibik und die freundlichen Ticos (so nennen sich die Einheimischen selbst) hielten uns auf unserer Suche nach einer geeigneten Unterkunft angenehm wach. Hängematten scheinen hier Pflicht zu sein, ebenso kostenloses WLAN und die Entspanntheit während der Mittagshitze. Im März sind nicht viele Touristen unterwegs. Man braucht sich daher keine Gedanken zu machen, eine geeignete „Cabina“ zu finden und hat die wunderschönen Strände der Karibik fast für sich allein.

Morgens ging es früh los. Wir hatten eine Dschungeltour gebucht und wurden nach lokaler Pünktlichkeit einige Minuten später abgeholt. Ein älterer, kleiner Rasta mit dickem Bauch, dessen Augen wir kaum sehen und dessen Sprache wir kaum verstehen konnten, war unser Guide, der uns immer wieder aufs Neue verblüffte: Er nahm aus seinem Rucksack einen kaputten Lautsprecher, zog ihn etwa 5 cm über dem karibischen Sand und erklärte uns anhand des magnetischen Sandes am Lautsprecher dessen vulkanischen Ursprung. Zu Fuß ging es weiter in den Dschungel durch auffällig viele Spinnennetze und Löcher im Boden, in welche sich die Krebse tagsüber zurückzogen. Ab und zu verstanden wir wieder ein paar Wortfetzen des Rastas, wenn er zu den Pflanzen, Fröschen, Faultieren, Tukanen und Spinnen nette Anekdoten erzählte.

Nach ein paar Tagen Rum-Strand-Diät ging es zurück nach San José, um den Vulkan Irazú zu besichtigen. Ein Kleinbus brachte uns auf über 3000 m, wo der ausgetrocknete Vulkankrater seine Erhabenheit und Ruhe überhalb den Wolken ausstrahlte. Ein paar Fragmente davon haben wir wohl abbekommen, während ich den besten Cappuccino meines Lebens genießen konnte. So etwas schien dem kleinen Nasenbären, der mit Freude die Kuchenkrümel der Touristen auf sammelte, dort nicht zu interessieren.

Wir legten noch für einen Tag einen Zwischenstop an der Pazifikküste ein, bevor es übers Wasser auf die Halbinsel Nicoya ging. Das Schnellboot legte nach einer Stunde Fahrt direkt am Strand an, wo wir von einer netten, alten Tico-Frau empfangen wurden. Sie bot uns eine Unterkunft am Strand an. 40 Dollar pro Nacht? Wir ließen uns die Cabina zeigen und der wundervolle Blick überzeugte uns, für ein paar Tage in Montezuma zu bleiben. Das Dorf konnte man zu Fuß innerhalb von fünf Minuten abgehen, trotzdem gibt es dort alles was man zum Leben braucht: leckeres Essen, eine Bar und weiße Strände wohin das Auge blickt. Wenn man 10 Minuten Fußweg auf sich nimmt, wird man sogar mit einem Wasserfall inklusive Bademöglichkeit belohnt. In diesem netten Ort schien zwar nicht die Zeit stehen geblieben zu sein, aber dort findet man sie wieder… man muss nicht einmal danach suchen.

Es heißt immer dass zu allen ein Gegenstück existiert.. und das erreicht man nach 4 Stunden Fahrt über holprige Feldwege im Touristenort Samara. Zum Glück gibt es dort genügend Möglichkeiten Surfen zu lernen, was auf jeden Fall zu empfehlen ist. Natürlich braucht es Zeit, bis man das Gleichgewicht etwas halten kann und die Welle richtig erwischt, um von ihr bis ans Ufer getragen zu werden. Danach macht es um so mehr Spaß. Bis es soweit ist, darf man ruhig ein paar frische Kokosnüsse trinken, um das versehentlich verschluckte Salzwasser zu verdünnen.

Die letzten drei Tage verbrachten wir mit ein paar Jungs aus der Nähe von Nürnberg in einem wunderschönen Hotel ein paar Kilometer außerhalb von Samara. Dort gab es zum Schluss noch die Hochglanz-Highlights mit Pool, Strand, gutem Frühstück und argentinischen Rindersteaks. Doch das alles verblasst neben den wundervollen Eindrücken, Erfahrungen und dem schönsten Souvenirs aus Costa Rica: die Gelassenheit und das Pure Leben.

Diese Reise wurde gebucht bei:
Reisebüro Bartl
Espertstr. 3 • 84048 Mainburg
www.reisebuerobartl.de
www.facebook.com/Reisebuero.Bartl

Info zu Costa Rica
Hauptstadt: San José
Amtssprache: Spanisch
Stattsreligionen: Katholisch (ca. 76%)
Staatsoberhaupt: Laura Chinchilla
Einwohner: 4.301.712
Fläche: 51.100 km² (zum Vergleich Bayern: 70.551,57 km²)
Währung: 1 Colón = 100 Centimos
1 EUR = 649,7 CRC
Offizielle Website Costa Ricas:
www.visitcostarica.com

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Kirche in der Nähe von San José. Basilica de Nuestra Senora de los Angeles (1635).